15. Februar 2020 MBA meets Wurfpuppe

MBA BIS StudiSAP Bauhaus Ausstellungerende (2. Semester) auf Exkursion bei SAP

Zufällig in der Mittagspause, beim Blättern eines Magazins stießen wir auf einen Artikel über die SAP-Kunstausstellung ‚Vom Bauhaus zum AppHaus – kreative Spielräume gestern und morgen‘ anlässlich des SAP Jubiläums. Als wir unserer Dozentin für Personalwesen und Kreativität Silvia Kohlberger davon erzählten, war sie sofort Feuer und Flamme. Sie organisierte kurzerhand eine Exkursion mit unseren Studierenden aus dem berufsintegrierenden BWL-Studium (BIS) MBA.

Letzten Mittwoch (5.2.) war es dann soweit: wir trafen im internationalen Schulungszentrum der SAP AG in Walldorf die Kuratorin und Kunstgeschichtlerin Alexandra Cozgarea, die uns an den Exponaten erläuterte wie das erste Plakat des SAP AppHauses bereits das Gedankengut der Bauhaus Künstlergemeinschaft aufgegriffen hat und dies den Impuls für die aktuelle Ausstellung gab. Die Bauhaus Kunst- und Kunsthandwerk-Schule in Weimar, gegründet in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts, war überzeugt, dass durch kollektives Arbeiten und Leben Kreativität und Ideen entstehen. So drückt Johannes Ittens Titel für seinen ersten Vortrag als Lehrer an der Schule: ‘Unser Spiel. Unser Fest. Unsere Arbeit’ die von der Reformpädagogik abgeleitete Lehrkultur aus. In diesem Sinne entwickelte Alma Siedhoff-Buscher, Künstlerin und Designerin, mit und für ihre Kinder entsprechende Spielzeuge wie besagte Wurfpuppen. Sie sind aus weichen, flexiblen Materialien und lassen sich werfen. Anders als die damals üblichen, zerbrechlichen Porzellanpuppen in Rüschenkleidern, fördern sie die Kreativität und die Motorik der Kinder. In eben dieser Atmosphäre entwarfen die Künstler und Designer innovative, heute etablierte Designklassiker wie den Freischwinger von Marcel Breuer.

An dem multifunktionalen Kinderzimmermobiliar von Alma Siedhoff-Buscher erzählte Frau Cozgarea wie dessen über 90jähriger Sohn Joost Siedhoff bei der Ausstellungeröffnung noch demonstrierte, wie sich beispielsweise die Schranktür zu einem Kaspertheater umfunktionieren und bespielen lässt. Wer denkt da nicht an die heute verbreiteten selbst aufbaubaren Möbel des großen schwedischen Möbelhauses…

Das Aufheben von Begrenzungen im Denken, die durch das Spielen gefördert werden, ist auch der Kerngedanke des Design Thinking Ansatzes. Ein Ansatz, den die SAP als kundenorientierte Projektentwicklung mit verschiedensten Kunden weltweit umsetzt. Daher wechselten wir den Standort und fuhren zum AppHaus in Heidelberg. Es befindet sich in großen Lagerräumen der SAP Exkursion BIS MBAehemaligen Zigarrenfabrik Landfried nahe dem Hauptbahnhof. Michaela Epp, Programm Managerin und Design Thinking Coach, führte uns durch die Räume und erklärte ihre Bewandtnis, die Philosophie der Arbeitsweise, in der ihre Kunden ihre Funktionen ablegen und sich lediglich mit ihren Kompetenzen in die Entwicklung der Projekte einbringen. Ein Sherlock Holmes Raum, ein Kinderzimmer, eine Telefonkabine zum Chatten, Turngeräte, Sitzgruppen aller Art laden zum Querdenken und Gedankenaustausch ein. Sinnsprüche und Materialien animieren zur Kreativität. Frau Epp erklärte uns den ‘human centered approach‘ bestehend aus den Phasen explore, discover, design deliver, run&scale.

Beseelt von diesen Einblicken und dem Raumerlebnis bereiten nun die Studierenden ihre Prüfung in Kreativität Ende Februar vor. Sie werden viele Post-it Zettel und Metaplaner brauchen, haben sie schon angekündigt. Fortsetzung folgt…